Smart City – wir sind ready!

Daten sammeln und im Dienst der Einwohner nutzen: Die Smart City soll zur Realität werden. Zumindest unsere Kommunikationsnetze sind bereit.

Weisst Du, was eine Smart City ist?

Das ist eine freche Frage. Denn was eine Smart City sein soll, lässt sich nicht in ein paar Worten sagen. Auch den verschiedenen Schweizer Initiativen, Vereinen und Plattformen rund um Smart City ist das noch nicht gelungen. In Wikipedia steht, Smart City sei ein «Sammelbegriff für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, die darauf abzielen, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten.»

Vielleicht hilft ein Beispiel: Wenn ich mit dem Auto in die Stadt fahre und mir auf meinem Navi in Echtzeit freie Parkplätze in der Nähe meines Ziels angezeigt werden, dann ist das smart von der City. Ich verliere weniger Zeit beim Suchen und verpuffe weniger Benzin. Möglich ist das durch einen Service, der die Daten meines Autos mit den Daten der Parkplätze verknüpft. Weil es noch weitere Menschen gibt, die einen Parkplatz brauchen, verbessert das – nennen wir es «Parking-Leitsystem» die Luftqualität in den Quartieren erheblich. Wenn ich gar kein eigenes Auto mehr fahre, weil sich fahrerlose Elektro-Taxis und ein zentrales Verkehrsleitsystem durchgesetzt haben, dann ist das noch smarter, weil ich mich immer noch gleich individuell von A nach B bewegen kann, aber diese Fahrzeuge besser ausgelastet sind. Der Gesamtenergiebedarf für den Stadtverkehr würde um ein Vielfaches sinken. Weil die E-Autos mit den Tageszeiten und Wetterprognosen verknüpft wären, würden sie sich zudem wenn immer möglich bei Sonnenschein an den Solarstromtankstellen auftanken.

Der Nutzen für die Einwohner steht im Zentrum

Das Beispiel zum Stadtverkehr zeigt recht gut, welche Zutaten es für eine Smart City braucht. Zunächst braucht es Technologien, um Daten zu erzeugen: GPS, Kameras, Sensoren, mobile Geräte, den Bordcomputer des Autos, Software, soziale Medien – grundsätzlich alles, was ans Internet angeschlossen ist, erzeugt Daten. Die Daten alleine bringen aber noch nichts. Die Stadt wird erst smarter, wenn die Auswertung der Daten sinnvolle Anwendungen finden, die neue oder verbesserte Dienstleistungen ermöglichen, sei es ein «Parking-Leitsystem», ein effizienter Stromverbrauch, mehr Sicherheit oder anderes. Die meisten Konzepte von Smart City, ob in der Schweiz oder anderswo, sind den Bewohnern verpflichtet. Auch “The New Urban Agenda” der Uno (2016), die von den Mitgliedstaaten geteilte Vision für eine bessere, nachhaltigere Zukunft, betont, dass bei allen Erneuerungsprozessen alle Bewohnerinnen und Bewohner beteiligt und gleichbehandelt werden sollen. Der Nutzen für die Einwohner stehe bei jedem Entwicklungsschritt immer im Vordergrund und nicht etwa Klimaziele oder Effizienzsteigerung.

Das Wohl der Bevölkerung steht also im Zentrum. Wer darf dann welche Daten nutzen? Wie steht es um den Datenschutz? Die Smart City braucht eine Datenverwaltung, Regeln darüber, wie und von wem Daten genutzt werden dürfen, wie sie geschützt werden müssen – kurz eine Data Governance. Zu guter Letzt, resp. als Fundament der Smart City braucht die Stadt als Voraussetzung ein leistungsfähiges Kommunikationsnetz. Während die Schweizer Städte bei der Umsetzung von Smart City Initiativen anderen Städten noch etwas hinterherhinkt, so ist hierzulande auch aufgrund der Kabelnetzbetreiber wie EBL Telecom das leistungsfähige Kommunikationsnetz bereits Realität. Und das nicht nur in den Städten.

Willst Du mehr lesen über Smart City? Journalist Peter Sennhauser hat für Suissedigital und die Hochschule für Wirtschaft Zürich eine interessante Einführung zu Smart City geschrieben, die auch für diesen Blog eine wichtige Informationsquelle war.
https://www.suissedigital.ch/fileadmin/user_upload/suissedigital/public/de/Smart_City-DE-1_04-20181204.pdf